Frauen am Bauhaus2019-08-30T08:41:39+00:00

Frauen wurde mit der Weimarer Verfassung erstmals das Wahlrecht eingeräumt und damit auch zugleich die Freiheit zugestanden, zu wählen, an welchen Akademien sie studieren wollten. Viele Frauen nutzten diese Chance. Beeindruckt von der Vision Kunst und Handwerk wieder zusammenzuführen, gingen einige von ihnen ans Bauhaus. Dieses wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar unter anderem auch mit dem für Frauen sehr attraktiven Vorsatz gegründet, „jede unbescholtene Person ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht [aufzunehmen], deren Vorbildung vom Meisterrat des Bauhauses als ausreichend erachtet wird…“. Doch schon 1920, als fast so viele Frauen wie Männer am Bauhaus studierten, begann ein drastischer Richtungswechsel. Frauen wurden schon bei der Aufnahme scharf ausgesondert. Man hatte Angst zu viele Frauen könnten dem Ansehen der Schule schaden. Für die Verbliebenen wurde eine Frauenklasse eingerichtet, die der Textilklasse entsprach. Das Weben stand in der vorherrschenden Hierarchie von Kunst und Handwerk an letzter Stelle, bis auf wenige Ausnahmen, duldete man Frauen alleine dort. Das Bauhaus verbinden wir heute vor allem mit Namen wie Walter Gropius, Johannes Itten oder Mies van der Rohe. Doch rückblickend können wir feststellen, dass auch eine Vielzahl von Frauen mit ihrer künstlerischen Begabung und Entschlossenheit entgegen aller Widrigkeiten dazu beigetragen haben, dass das Bauhaus-Design im 20. Jh. die Welt erobern konnte. Die kritische Rezeption lehrt uns dabei heute auch, dass diese Frauen weitaus mehr Anteil an der Schöpfung jener Inkunabeln des Designs nehmen, die wir heute noch fast ausschließlich mit den männlichen Meistern des Bauhauses in Verbindung bringen. Die Ausstellung richtet den Blick auf jene Bauhaus-Protagonistinnen, die in der Rezeptionsgeschichte des Bauhauses nur all zu lange vernachläßigt worden sind.